von der strichliste

jeder kennt sie:  frappucinos, frozen joghurts, smoothies oder einfach nur eine waffel mit einer kugel eis oben drauf.
die kühlen, sommerlichen freuden wiederholen sich jahr für jahr aufs neue. dieses jahr jedoch ist unser sommer nun anders ausgefallen als die vielen sommer davor. ob diese wetterunstimmigkeit nun durch böse chemische flugzeuge oder einen miesepetrigen wetterfrosch entsteht, ist genauso unklar wie das panische verhalten der konsumenten von den oben erwähnten kalten erfrischungen.
kaum schaut die sonne hinter der dunklen wolke hervor, stürzt man sich auf den nächsten eisstand um ja nicht die chance zu verpassen, das sommerklischee schlecht hin zu erfüllen. wer wird nicht gern mit einem transparenten plastikbecher, gefüllt mit einer knallig blauen oder pinken eispampe gesehen?
die folgende szene spielt sich in jeder beliebigen groß- oder kleinstadt, egal ob es new york oder arezzo ist, ab: scheint die sonne, sieht man vor den läden besagte eisstände, aber auch sonnenbrillen, sonnencrémes und dergleichen. kommt nun ein plötzlicher regenguss auf, verschwindet die hübsche sommerkulisse und wie in einem barocken guckkastenbühnensystem, erscheinen aus dem nichts bunte regenschirme und regencapes.
man wird also von vorne bis hinten versorgt. es geht sogar soweit, das man regelrecht bombardiert wird mit sommerlichem essen und unnützem schnickschnack, der, sobald der sommer vorbei, ist in der versenkung verschwindet und dort bleibt, damit man sich ein jahr darauf mit neuem zeug eindecken kann.
hat das noch etwas mit sommer zu tun? nein! es ist ein abarbeiten einer strichliste, die bis zum ende des sommers abgearbeitet sein muss, damit man dann anfangen kann sich mit hokaido-kürbissen, staubigen vogelscheuchen und vertrocknetem laub auszustatten.
keep cool! noch ist nicht aller tage abend! lehnt euch zurück und kopf hoch!
ihr habt nichts zu verlieren, außer den alltag der welt!

s.

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